Jeder, auch der, der sich nicht wirklich mit Moto Guzzi beschäftigt, kennt die LE MANS: Vielleicht auch einer der Vorgänger, die V7 Sport. Selbst eingefleischte Japan-Jünger konnten dem flachen, sportlichen Design der 1971 eingeführten V7 Sport einiges abgewinnen. Die wenigsten haben sich aber mit dem Nachfolgemodell 750 S bzw. S3 beschäftigt. Die 750 S wurde als Nachfolger aufgrund der Drehmomentschwäche, resultierend aus zugestopften Schalldämpfern und misslungener Motorabstimmung, von der leistungshungrigen Heizerfraktion nicht beachtet. Natürlich wurde in den meisten Fällen direkt leistungsmässig Hand angelegt: Offene Trichter, fettere Vergaser, offene Auspuffanlagen gehörten schon bald zum guten Ton….. Fahrwerkstechnisch musste nichts gemacht werden, der Tonti-Rahmen hielt, was er versprach.
Der Nachfolger 750 S3 hat tatsächlich viele unterschiedliche Bauteile und eine andere Leistungsentfaltung. Er basiert eher auf dem T-Modell und fällt, hauptsächlich wegen der anderen Nockenwelle, leistungsmässig etwas ab. Offensichtlicher Unterschied ist die Scheibenbremse am Hinterrad und das damit einhergehende Integralbremssystem.
Nach der S3 kam die Le Mans 1, der Rest ist Geschichte….
Die Geschichte meiner 750 S ist leider sehr lückenbehaftet. Der Vorbesitzer hat sie über 10 Jahre gehabt und viele (Original-)Teile wieder ergänzt oder restauriert. Die Guzzi ist vermutlich ein ursprünglich für den amerikanischen Markt vorgesehenes Exportfahrzeug, zu mindestens deuten die originalen Seitenreflektoren darauf hin.








